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| Bislang dominieren alte Alleen das Straßennetz im Gebiet Kaliningrad. Doch die Autobahn ist schon im Bau (Foto: Plath/.rufo) | |
Mittwoch, 08.07.2009
Kaliningrad: Erstes Autobahnteilstück im Oktober fertig
Kaliningrad. Wirtschaftskrise und Finanzierungsproblemen zum Trotz: Der erste Abschnitt der Kaliningrader Küstenautobahn „Primorsker Ring" soll noch in diesem Jahr fertig werden. Das Projekt kostet knapp 1,5 Milliarden Euro.
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Mitte Oktober werde die 27 Kilometer lange Teilstrecke zwischen Kaliningrad, Flughafen Chrabrowo und dem Seebad Selenogradsk (Cranz) für den Verkehr freigegeben. Das kündigte Alexander Rolbinow, Infrastrukturminister der Gebietsregierung, vor Journalisten an. Rolbinow hatte am Freitag Kaliningrader Pressevertreter zu einem Besichtigungstermin eingeladen, um ein Gerücht zu zerstreuen, das sich hartnäckig hält in Kaliningrad: Der Bau der Schnellstraße stehe vor dem Aus. „Natürlich ist die Krise nicht ohne Folgen geblieben, aber alles läuft nach Plan", sagte der Minister.
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Wird die Autobahn voll ausgebaut? Das stimmt so nicht ganz. Zum einen sollte der erste Teilabschnitt schon im Sommer fertig sein. Zum anderen bekamen in diesem Jahr viele Straßenbauer mehrere Monate keinen Lohn, weil die Petersburger Baufirma ihrerseits auf die staatlichen Gelder wartete.
Das größte Straßenbauprojekt in der Geschichte des Kaliningrader Gebietes, kalkulierte Gesamtkosten 55 Milliarden Rubel (1,45 Milliarden Euro), wird fast komplett aus dem föderalen Haushalt bezahlt. Die Frage, ob die Autobahn tatsächlich auf ganzer Länge gebaut oder das Projekt vielleicht doch noch auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt wird, ist denn auch nach Minister Rolbinows PR-Aktion keineswegs aus der Welt.
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Anbindung an den Flughafen Immerhin: Das erste Stück ist laut Gebietsregierung zu 70 Prozent fertiggestellt und damit vor allem eine schnelle Straßenanbindung der Gebietshauptstadt mit dem Flughafen in Sicht. Auch am zweiten Abschnitt, er soll Selenogradsk und Swetlogorsk verbinden, wird bereits gearbeitet. Geplante Freigabe: Frühling 2010.
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Für den gesamten 178 Kilometer langen Küstenring, der an den Ostseebädern Selenogradsk (Cranz), Pionersk (Neukuhren), Swetlogorsk (Rauschen) und Jantarny (Palmnicken) sowie den Häfen Baltisk (Pillau) und Swetly (Zimmerbude) vorbei wieder zurück nach Kaliningrad führen soll, ist bislang eine Bauzeit von fünf Jahren kalkuliert.
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Gouverneur verdient an Autobahn mit In der Gebietsregierung ist die Autobahn Chefsache. Kein Wunder, verdient Gouverneur Georgi Boos am Projekt doch prächtig mit. Zum einen soll er verdeckte Anteile an der Baufirma halten. Zum anderen gehts auch ganz direkt: Sein Moskauer Elektro-Unternehmen „Swetoservice", sozusagen ein Fachbetrieb für das Beleuchten und in-Szene-Setzen repräsentativer Bauwerke aller Art, hat den Zuschlag für die Lampen längs des Küstenrings bekommen. Dass der lukrative Auftrag an die Firma des Großpolitikers ging, hat in Kaliningrad kaum jemanden gewundert.
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Nun wächst längs der Piste eine „Allee" aus riesigen Strahlern, die den Primorsker Ring taghell ausleuchten, während die Dörfer des Kaliningrader Gebietes nachts in tiefe Finsternis versinken.
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