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| Eine Rentnerin wählt in Kaliningrad (Foto: kaliningrad.ru) | |
Montag, 05.12.2011
Kaliningrad: Einiges Russland Sieger und Verlierer
Kaliningrad. Einiges Russland (ER) hat im Gebiet Kaliningrad bei den Dumawahlen die meisten Stimmen geholt. Im Vergleich zu den letzten Parlamentswahlen bedeutet das Ergebnis für ER freilich einen Einbruch um über 25 Prozent.
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Auch mit Blick auf das gesamtrussische Ergebnis hat Wladimir Putins politische Hausmacht in der Ostsee-Exklave deutlich schlechter abgeschnitten: 37.08 Prozent liegt weit unter dem landesweiten Durchschnitt (49,54 Prozent).
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Frust über Kremlpartei Vom ER-Frust vieler Kaliningrader profitieren konnten vor allem die Kommunisten. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis kam die KPRF im Gebiet Kaliningrad auf 25,5 Prozent und konnte im Vergleich zur Dumawahl von 2007 deutlich aufholen. Auf Platz drei folgt Wladimir Schirinowskis nationalistische LDPR (14,13 Prozent), gefolgt von der Partei Gerechtes Russland, für die 13,23 Prozent der Wähler votierten.
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Die Oppositionsparteien Jabloko (5,51 Prozent), Patrioten Russlands (2,25 Prozent) und Rechte Sache (0,68 Prozent) rangierten in Russlands westlichster Region erneut unter „ferner liefen“.
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Kommunisten „erobern“ Gebietshauptstadt Im Vergleich der zwischen der Gebietshauptstadt und dem Gebiet fielen die Wahlergebnisse zum Teil sehr unterschiedlich aus. In Kaliningrad selbst kam ER nur auf knapp 25 Prozent der Wählerstimmen, in einigen Stadtteilen sogar noch erheblich darunter. Hier lagen die Kommunisten mit 30,3 Prozent zum Teil deutlich vorn.
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Im Umland fielen die Ergebnisse für die Regierungspartei besser aus, am zufriedensten mit deren Arbeit sind offenbar die Einwohner der Grenzstadt Mamonowo (Heiligenbeil): Hier votierten 75 Prozent der Wähler für Einiges Russland.
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Die Parlamentswahlen waren im Gebiet Kaliningrad von einigen Ungereimtheiten begleitet. So berichtet der Gebietsduma-Abgeordnete der Partei „Patrioten Russlands“, Jewgeni Gan, von mehreren Bussen, die überwiegend junge Leute von Kaliningrad aus zu verschiedenen Wahllokalen fuhren. „Ganz offensichtlich, damit sie dort abstimmen“, so Gan, der die Angelegenheit in zwei konkreten Fällen – die Küstenorte Swetlyj und Pionerskij betreffend – untersuchen lassen will und Wahlbeschwerde angekündigt hat.
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