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| Dieser Brunnen wurde im Wikingerdorf Wiskiauten an der Kurischen Nehrung gefunden. (Foto: Plath/.rufo) | |
Montag, 11.04.2011
Kaliningrad baut legendäre Wikingersiedlung nach
Kaliningrad. Die Wikinger sind wieder da – zumindest in den Plänen des Tourismusamts Kaliningrad. Auf der Kurischen Nehrung soll eine Wikingersiedlung aufgebaut werden. Dort wurde kürzlich das legendäre Wiskiauten entdeckt.
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Wiskiauten war ein bedeutender Handelsplatz der Wikinger im frühen Mittelalter. Strategisch gut gelegen in der Nähe der (heute versandeten) Öffnung der Kurischen Nehrung, entwickelte sich die Siedlung vor 1.200 Jahren zu einem Zentrum des Handwerks und der Bernsteinkunst.
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Reiche Wikingersiedlung an der Ostseeküste Bereits 1865 wurde das Gräberfeld der Siedlung entdeckt. Insgesamt über 500 Hügelgräber wurden zunächst von deutschen, später von russischen Forschern freigelegt. Schon dabei wurden zahlreiche Waffen und Schmuckgegenstände als Grabbeigaben geborgen.
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Die meisten Funde wurden im Prussia Museum des Königsberger Schlosses ausgestellt, wo nach 1941 auch das geraubte Bernsteinzimmer lagerte. Beide verschwanden gegen Ende des Krieges. Die Prussia-Sammlung immerhin wurde vor einigen Jahren wiederentdeckt und damit auch viele Reliquien der Wiskiauten-Sammlung.
Deutsch-russische Suche nach Wiskiauten Zeitgleich hat ein deutsch-russisches Forschungsprojekt zur Suche nach der eigentlichen Siedlung Wiskiauten begonnen. An dem Projekt sind die Römisch-Germanische Kommission Frankfurt/M., das Deutsche Archäologische Institut, das Archäologische Landesmuseum Schleswig und die Baltischen Expedition der Russischen Akademie der Wissenschaft beteiligt Es wird seit 2007 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.
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Tatsächlich konnten die Archäologen in der Zwischenzeit viele Funde sichern, die Auskunft über die genaue Lage der Siedlung und die Lebensgewohnheiten ihrer Bewohner geben. Nachgewiesen wurde eine Siedlung auf einer Fläche von 60 mal 30 Meter, vermutlich erstreckte sich Wiskiauten aber über ein Areal von mindestens sechs Hektar.
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Wikinger sollen Touristen anlocken Während die Forscher den wissenschaftlichen Nachweis für das Vorhandensein der Wikingersiedlung erbringen, will die Tourismusbehörde mit den Wikingern Geld verdienen. Auf der Kurischen Nehrung soll ein Freilichtmuseum für die Wikinger eröffnet werden, erklärte die Leiterin der Tourismus-Agentur Jelena Kropinowa.
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Der Nachbau eines Wikingerdorfes werde Touristen anlocken, hofft Kropinowa. Freilich gibt es zu diesem Projekt noch viele Fragezeichen: So ist noch nicht geklärt, ob sich die Gebietsverwaltung an dem Aufbau des Wikingerdorfs finanziell beteiligen wird oder lediglich die administrative Kontrolle übernimmt.
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Zudem gilt die Kurische Nehrung als Naturschutzgebiet. Die Frage, inwieweit das Gebiet touristisch erschlossen werden sollte, ist daher umstritten.
Kurische Nehrung für Massentourismus ungeeignet In mehreren Kaliningrader Foren meldeten sich schon empörte Nutzer zu Wort, die fordern, die Kurische Nehrung nicht anzutasten. „Die Kurische Nehrung gab es vor Euch und sie wird ohne Eure Beteiligung weiterleben! Das ist ein Welterbe, dass Ihr mit Euren Pfoten nicht anrühren sollt!“, schreibt beispielsweise eine Nutzerin Anicca auf dem Portal rugrad.eu.
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Grund der Empörung ist, dass Kropinowa eine insgesamt stärkere touristische Nutzung der Kurischen Nehrung in Aussicht gestellt hat, die aber – im Gegensatz zum wilden Tourismus, der zuletzt einige Schäden, u.a. im Wald der tanzenden Bäume, angerichtet hat – unter Aufsicht der Obrigkeit erfolgen soll.
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