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| Idyllischer Kurort, begehrte Grundstücke: Villa in Swetlogorsk (Rauschen) (Foto: Plath/.rufo) | |
Freitag, 26.01.2007
Kaliningrad: „Waldsterben“ im Nobelseebad Swetlogorsk
Kaliningrad. Im Ostsee-Kurort Swetlogorsk (Rauschen) sind für den Bau eines neuen Luxus-Wohnquartier mehr als 500 Bäume gefällt worden. Jetzt brennt die Luft im Nobelbad an der Ostsee.
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Die Pläne, auf einem Areal nahe des Sanatoriums „Jantarny Bereg“ (Bernsteinküste) ein weiteres Villenviertel anzulegen, sind seit längerem bekannt, doch offenbar ahnte niemand, welche drastischen Folgen das für den Küstenwald haben würde. Als das Bauunternehmen „Ekobaltwod“ vor einigen Tagen begann, auf dem abgesteckten Baugebiet massiv Bäume abzuholzen, schlugen die Anwohner Alarm und benachrichtigten die staatliche Umweltaufsichtsbehörde „Rosprirodnadsor“.
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576 Bäume abgeholzt
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In deren Auftrag ermittelt jetzt die Gebietsstaatsanwaltschaft wegen schweren illegalen Eingriffs in geschützte Natur: Es geht dabei nicht nur um die insgesamt 576 zum Teil mehr als hundert Jahre alten gefällten Buchen, Kiefern, Fichten und Eichen, sondern auch darum, wer seitens der Behörden dem Abholzen der Bäume zustimmte.
Das beschuldigte Bauunternehmen beruft sich auf entsprechende Genehmigungen - die freilich kaum offiziell erteilt worden sein dürften, denn der Küstenwald an der Steilküste zwischen Swetlogorsk und dem Kap Taran (Brüsterort) steht unter Naturschutz. „Der größte Teil der gefällten Bäume war kerngesund ohne irgendwelche Schäden“, sagt ein Aktivist der regionalen Umweltschutzorganisation „Ekosaschtschita“, die vehement fordert, das die Verantwortlichen für diesen Naturfrevel hart bestraft werden.
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Druck auf Baugrundstücke wächst
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Beobachter bezweifeln das. Der Druck auf die Ausweisung neuer Baugrundstücke im Vorzeige-Seebad der russischen Bernsteinküste ist immens, da es innerhalb von Swetlogorsk praktisch keine Grundstücke mehr gibt, erst recht nicht mit Ostseeblick. Immobilien im einstigen Rauschen sind ein Millionengeschäft. Denn die Nachfrage ist ungebremst: Nicht nur die regionale Elite aus Wirtschaft und Politik residiert in Swetlogorsk oder hält sich dort einen Zweitwohnsitz, auch reiche Moskauer stehen Schlange, um ein luxuriöses Sommerhaus im „Sotschi des Nordens“ bauen zu lassen. Für ein mittelgroßes Baugrundstück in guter Lage werden mittlerweile 200.000 Dollar und mehr bezahlt. Ein paar Bäume fielen da bislang im Poker um teures Bauland kaum ins Gewicht.
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Die Bebauungspläne für die Küste zwischen Selenogradsk (Cranz) und der Bernsteinstadt Jantarny (Palmnicken) für kilometerlange Strandsiedlungen und Hotelkomplexe nehmen bisher auf ökologische Belange entsprechend wenig Rücksicht. Der öffentliche Skandal um den dreisten Fall von „Waldsterben“ in Nobelseebad beginnt dies möglicherweise zu ändern.
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(tp/.rufo)
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