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| Statt Protest-Kundgebung gibt es in Kaliningrad Samstag einen Flash Mob auf dem Markt. (Foto: newsru.com) | |
Dienstag, 16.03.2010
Kaliningrad: „Schweigsamer“ Flash Mob statt Kundgebung
Kaliningrad. Eigentlich wollte die vereinte Opposition am 20. März eine Großkundgebung abhalten. Jetzt hat sie sich für einen Flash Mob auf dem Gemüsemarkt entschieden. Daran droht die Oppositionskoalition zu zerbrechen.
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Die Kaliningrader Stadtregierung hatte den Antrag auf die Protestkundgebung abgelehnt, mit der Begründung, es wäre vor dem Haus der Räte schon lange ein Markt geplant gewesen. Die zwei Ausweichplätze am Stadtrand lehnte die Opposition ab und beschloss, die Aktion abzublasen.
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Offizielle Begründung: „Die Staatsmacht hat Provokationen und das gewaltsame Auseinanderjagen des Meetings vor.“ Stattdessen wimmelt das Internet jetzt vor Aufforderungen, am kommenden Samstag um 13 Uhr „einen schweigsamen Flash Mob zu organisieren, der in seinen Ausmaßen alle vorherigen Kundgebungen übersteigen wird“.
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Kartoffeln und Möhren kaufen „Kommt an diesem Tag und zu dieser Stunde auf den Markt, kauft Kartoffeln und Möhren ein und unterstützt die ortsansässigen Produzenten“, heißt es an anderer Stelle. In der Stadt werden außerdem aktiv Flugblätter mit der Angabe von Ort und Zeit unter die Leute gebracht.
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Nicht alle Oppositionskräfte finden diese Idee richtig. So denken die Kommunisten von der KPRF bereits darüber nach, die Koalition wieder zu verlassen. Koalitionsführer Konstantin Doroschek hat sich derweil mit Gouverneur Georgi Boos darauf geeinigt, eine Live-Fragestunde im Fernsehen für die Bürger durchzuführen.
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Das ist möglicherweise ein schwacher Ersatz für eine Massenprotestkundgebung. So meint Wladimir Scharonow, Chef des Fernsehsenders „Kaliningrad“, die Bürger würden nicht viel von solch einer Fragestunde haben. „70 bis 80 Prozent der Fragen werden sich um die Lösung von lokalen persönlichen Problemen drehen“, sagte er gegenüber der Zeitung „Nowy Kaliningrad“.
Die Kameras werden wohl nur in Kaliningrad stehen, so dass Menschen aus dem Gebiet, die dem Gouverneur und der Gebietsregierung ihre Meinung sagen wollen, von vornherein benachteiligt sind.
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Der soziale Protest in Kaliningrad hat sich seit Ende des letzten Jahres in mehreren Kundgebungen Gehör verschafft und erstmals seit Jahren zu einem Zusammenschluss der Oppositionskräfte geführt. Gefordert wird u. a. der Rücktritt von Boos und der russischen Zentralregierung.
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