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| Müll ist eines der Hauptumweltprobleme nach Auffassung der Kaliningrader (Foto: Welscher/.rufo) | |
Freitag, 21.04.2006
Besorgnis im Bernsteinland über Umweltsituation
Christian Welscher, Kaliningrad. Was denken die Bewohner des Kaliningrader Gebietes über die Umweltsituation in der Exklave? Eine Umfrage Kaliningrader Studenten förderte interessante Ergebnisse zutage.
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Studenten der Kaliningrader Kant-Universität gingen im Rahmen eines Seminars des Boschlektors Christian Welscher der Frage nach, wie die Einwohner der Exklave die Umweltsituation sehen. Mit einem Fragebogen zogen sie in alle Teile der Oblast, um insgesamt etwa 330 Einwohner aller Altersklassen zu interviewen.
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| Die Grafik verdeutlicht: Die Kaliningrader sehen die Umweltsituation in der Region mit Besorgnis (Grafik: Welscher/.rufo) |
95% der Befragten äußern sich „sehr besorgt“ oder „eher besorgt, als nicht“ über die Umweltsituation in der Region. Als größte Umweltprobleme werden Müllverschmutzung insgesamt sowie die Verschmutzung der Ostsee genannt. Dabei ist die große Mehrheit der Meinung, dass sich die ökologische Situation seit der Öffnung des ehemaligen Militärsperrgebietes im Jahre 1991 verschlechtert hat.
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Moskau und Brüssel weit weg
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Dass der Staat zur Lösung der Umweltprobleme beitragen könne, glauben die wenigsten. 66% trauen keiner Partei zu, die Umweltsituation in der Oblast zu verbessern. Wenn überhaupt, so die Ergebnisse der Umfrage, würden die Umweltprobleme auf regionaler, nicht auf föderaler Ebene gelöst – eine deutliche Absage an Moskau. Auch die Hoffnungen in die EU sind begrenzt: Vom EU-Beitritt der Nachbarstaaten Polen und Litauen erhoffen sich nur 35% eine Verbesserung der Umweltsituation in der Region, z.B. durch transnationale Zusammenarbeit.
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Mangel an Informationen
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Entscheidende Voraussetzung für die Verbesserung der Umweltsituation im Kaliningrader Gebiet scheint eine ausreichende mediale Aufklärung. Hieran mangelt es derzeit noch: Zwei Drittel der Interviewten fühlen sich über die Massenmedien unzureichend über die Umweltprobleme in der Oblast informiert.
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Auch die in der Exklave tätigen Umweltorganisationen sind 82% der Befragten völlig unbekannt. Dabei gäbe es durchaus zivilgesellschaftliches Potenzial: Immerhin 40% der Befragten geben an, bereit zu sein, sich für eine Umweltorganisation zu engagieren. Auch die relativ hohe Akzeptanz des „Subbotniks“, an dem 67% der Befragten teilnehmen, zeugt durchaus von – wenn auch nicht immer ganz freiwilliger – Handlungsbereitschaft. Leider meist nur einmal im Jahr …
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Wenn Sie mehr über die Studie wissen möchten, dann nehmen Sie Kontakt auf: christianwelscher@web.de
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